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© 2017 Friederike Uhlig  mobile Reitlehrerin nach klassischen Grundsätzen 

Mein Weg

Als Kind ritt ich ganz klassisch „laissez-faire“ auf nackten Warmblutrücken über die Felder. Nach bester klassisch-deutscher Reitlehre lernte ich noch feines Reiten, um dann einige Jahre im Sattel zu verbringen, ohne dies zunächst groß zu hinterfragen. Doch mit jedem weiteren Schulpferd in nachfolgenden Reitvereinen wurden Fragen immer lauter, die mir niemand mehr beantworten konnte.

 

Antworten fand ich im Studium der Pferdewissenschaften, dass ich 2005 in Wien begann.  Mit 6 Semestern Anatomie, Biomechanik, Physiologie und Trainingslehre, Ernährungswissenschaft und Gesundheitsmangement -ausschliesslich zum Pferd und direkt in der veterinärmedizinischen Universität- erhielt ich eine optimale wissenschaftliche Grundlage. Der medizinisch-praktisch gesetzte Lehr-Schwerpunkt begeisterte mich.

Enthusiastisch beschäftige ich mich seitdem damit, wissenschaftliche Fakten mit den praktischen Erfahrungen aus den verschiedenen Reitweisen abzugleichen und zu hinterfragen, welche Ausbildungsmethode wohin führt. Als Bachelor of Equine Science mit veterinärmedizinischer Basisausbildung kann ich die absolvierten Weiterbildungen dafür optimal nutzen. Das erworbene Fachwissen erlaubt es mir, Zusammenhänge im Bewegungsablauf des Pferdes zu verstehen und zu einer ganzheitlichen Trainingsphysiologie und -philosophie zu entwickeln. Die seit 2015 gemeinsamen Trainingstage mit den geschätzten Lisei Müller-Sturmhöfel und Gerd Heuschmann tragen dazu bei, diese ständig zu verfeinern.

Die Diskussion um die beste Reitweise war viele Jahre mein Thema. Der Weg zur Erkenntnis war lang – aber letztendlich jeden Schritt wert. Auf die vielen lauten Fragen, aus welchen Grundsätzen sich eine gesunderhaltende Reitweise zusammensetzt, die für Pferde und Reiter aller Disziplinen, Rassen und Klassen funktioniert, die die Zufriedenheit von Pferd und Reiter fördert, Spaß macht und gleichzeitig das Gefühl für den Sportpartner Pferd und seine physische Beschaffenheit entwickelt, fand ich nach und nach Antworten.

Nach Abitur und Augenoptikerlehre rief die Pferde-Vollzeitpraxis. Ich begab mich auf die Suche bei klassische-barocken Ausbildern in Deutschland und der Schweiz, sammelte meine Erfahrungen während 3 Jahren täglicher Arbeit mit vielen verschiedenen Pferden unter steter Supervision. Ergänzend zum biomechanischen Universitätswissen absolvierte ich bei Klaus Schöneich ein Praktikum im Zentrum für ARR - anatomisch richtiges Reiten. Seitdem ist die "Natürliche Schiefe" des Pferdes, Ihre Ausprägung, Ursachen und Behebung mein besonderes Steckenpferd.

Auf dem Weg zum „grenzenlosen Reiten“ studierte ich die "Alten Meister" literarisch, begegneten mir "Neue Meister" wie Philipe Karl, Anja Beran und Bent Branderup nach deren Lehren ich jeweils Berittpferde ausbildete. Es haben mich Meister wie Nuno Oliveira und Jean-Claude Dysli inspiriert, aber immer blieb die große Begeisterung für Praktiker wie die Brüder Whitaker, Dr. Rainer Klimke und Ingrid Klimke als Vertreter feinen Reitens in den unterschiedlichen Disziplinen. Die Akademische Reitkuns beschäftigte mich seit 2009 intensiv. Kenia, ein "Problempferd" erster Güte, veranlasste mich dazu. 2014 bestand ich mit ihr die Longen- und Bodenarbeitsprüfung.

Fakt ist: Klassisch ist nicht gleich klassisch... es ist die Mühe für jeden ambitionierten Reiter wert, sich die Inhalte der, unter diesem Begriff angepriesenen diversen Reitweisen zu hinterfragen...

Anzureitende Jungpferde liessen mich die verschiedenen Ausbildungsmethoden erneut abgleichen - auf Basis wissenschaftlicher Fakten zu physiologischer und anatomischer Trainingsprinzipien. Wie belastbar ist der Körper eines Jungpferdes hinsichtlich frühzeitiger Stellung und Biegung? Wie lange benötigt das Jungpferd um die als Reitpferd benötigte Muskulatur schonend auszubilden ohne überfordert zu werden? ​Dazu gibt die klassische Reitlehre in Form der HdV12 einen klar strukturierten Leitfaden vor. Systematisch wird die Jungpferdeausbildung von der Remonte zum Reitpferd beschrieben, wobei stets auf Einklang der physischen mit der psychischen Enwtsicklung im Sinnde der Natur des Pferdes geachtet wird. Durch meine Abschlussarbeit zur Pferdewissenschaftlerin stand ich in Erfahrungsaustausch mit Karl-Friedrich von Holleuffer - Gebissspezialist und Ausbilder nach der Klassischen Schule. Um für mich weitere schlüssige Antworten zu finden folgte intensiver Erfahrungsaustausch und praktische Trainings mit Dr. Gerd Heuschmann - Biomechanikexperte, Tierarzt und Vertreter des klassischen Ausbildungssystems im Sinne der HDV12.

 

Meine Ausbildung zum OsteoConcept Coach untermauert mein Unterrichtskonzept der interdisziplinären Ausbildung. Die Weiterbildung für Trainer an der Fachschule für Pferdetherapie Welter-Böllerorientiert orientiert sich an keiner Reitweise sondern rein an den anatomischen Strukturen und Biomechanischen Zusammenhängen.

Im heutigen Alltagswust der angepriesenen Reitweisen und Ausbildungsmethoden möchte ich dieses Konzept vielen Pferdeleuten und meinen Kunden näherbringen. Es ist ein transparenter Leitfaden zu gesundem Reiten und kann Entscheidungshilfe sein, welches Training der Reiter für sich und sein Pferd langftristig wählt.